Dysphagie ist behandelbar. Wenn Sie also Schluckbeschwerden haben, ist es äußerst wichtig, dass Sie Ihren Haus- oder Allgemeinarzt um Rat fragen. Das Problem wird zwar in der Regel nicht ganz behoben werden können, aber es gibt so viele Möglichkeiten, das Essen und Trinken leichter zu machen. Zögern Sie also nicht, fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Menschen mit Schluckbeschwerden brauchen aus zwei wichtigen Gründen Hilfe:
- Erstens um zu verhindern, dass ein Flüssigkeitsmangel (Austrocknung des Körpers) oder eine Mangelernährung (Unterernährung) auftritt.
- Zweitens um die Gefahr zu verringern, dass Essen und Trinken in den ‘falschen Hals’ geraten und dann in die Luftwege und Lungen gelangen, was eine Lungenentzündung verursachen kann.
Bevor Sie behandelt werden können, ist es wichtig, eine genaue Diagnose Ihrer Schwierigkeiten zu stellen, da sich die Behandlung danach richten wird, welches der vier Stadien des normalen Schluckvorgangs bei Ihnen beeinträchtigt ist.
Bei der Behandlung gibt es vier unterschiedliche Kategorien:
- Chirurgische Behandlung/Verschreibung anderer Arzneimittel
- Änderung der körperlichen Gegebenheiten
- Änderung des Schluckvorgangs
- Änderung der aufgenommenen Nahrung
Der Erfolg der Behandlung wird zu einem gewissem Grad von Ihnen selbst abhängen. Je besser Sie verstehen, was vor sich geht, und je aktiver Sie sich an der Behandlung beteiligen, desto mehr werden Sie sich ermutigt fühlen und desto mehr Vertrauen und Zufriedenheit werden Sie gewinnen.
Chirurgische Behandlung/Verschreibung anderer Arzneimittel
- Das Problem kann gelegentlich durch eine Operation, also chirurgisch behoben werden, aber bei den meisten Leuten ist das nicht möglich.
- Manchmal wird die Dysphagie durch ein Arzneimittel ausgelöst, das für eine andere Erkrankung verschrieben wurde: manche Medikamente gegen Epilepsie oder Schlaflosigkeit können zum Beispiel das Schlucken erschweren. Daher sollten Sie mit Ihrem Arzt abklären, ob dies bei Ihnen der Fall sein könnte.
Änderung der körperlichen Gegebenheiten
- Setzen Sie sich immer so gerade wie möglich hin, so dass Ihre Schultern auf gleicher Höhe sind.
- Wenn Essen steckenbleibt – sei es auch nur kurz – stehen Sie auf, strecken Sie den Oberkörper und gehen Sie auf und ab; dies könnte dazu beitragen, dass das Essen besser in Ihren Magen gleitet. Legen Sie sich nie hin!
- Wenn Ihre Kiefer- und Zungenmuskeln schwach sind, können Sie Übungen zur Stärkung dieser Muskeln erlernen, damit Sie wirksamer kauen können.
- Lernen Sie, tiefe und lange Atemzüge zu machen (Sprachtherapeuten können Ihnen beibringen, effektiver zu atmen, und Ihnen helfen, die Muskeln in Ihrer Zunge und Ihrem Kehlkopf zu stärken).
- Wenn Sie ein Gebiss haben, sollten Sie sicherstellen, dass es richtig sitzt.
- Essen Sie nie später als drei Stunden vor dem Schlafengehen. Wenn Essen nachts in Ihrer Speiseröhre steckenbleibt, kann dies sehr unangenehm und manchmal schmerzhaft sein.
Änderung des Schluckvorgangs
- Schneiden Sie das Essen in mundgerechte Bissen oder bitten Sie jemanden, dies für Sie zu tun.
- Wenn Sie Ihren Geruchs- und Geschmackssinn verloren haben, werden Sie nicht immer genug Speichel bilden, um Ihre Nahrung weicher zu machen. Achten Sie darauf, dass Ihr Essen möglichst appetitanregend aussieht und Ihre Mahlzeiten farblich ansprechend sind.
- Sie sollten immer viele Getränke zur Hand haben, so dass Ihr Essen besser ‘rutscht’.
- Stellen Sie sicher, dass Sie genug Zeit zum Essen haben und Sie sich nicht zur Eile angetrieben fühlen.
- Versuchen Sie, in Ruhe zu essen, ohne Stress und ohne dass jemand bei Ihnen steht und Ihnen zusieht.
Änderung der aufgenommenen Nahrung
Wenn Ihr Problem im unteren Teil der Speiseröhre liegt, finden Sie es vielleicht unmöglich, überhaupt feste Nahrung zu essen. In diesem Fall müssen Sie Ihre Nahrung, d.h. deren Beschaffenheit so ändern, dass Sie sie sicher schlucken können.
- Flüssigkeiten müssen angedickt werden. Sie denken vielleicht, dass Wasser und Flüssigkeiten leichter zu schlucken sind, aber wenn Sie den Fluss nicht gut steuern können, gelangen Flüssigkeiten nur allzu leicht in Ihre Atemwege und Ihre Lunge. Andickungsmittel kann Ihnen Ihr Haus-/Allgemeinarzt oder ein Ernährungsberater verschreiben.
- Nahrung, die etwas sauer ist, beispielsweise mit Zitrone angesäuertes Essen, kann den Schluckreflex automatisch auslösen.
- Das Essen muss gut aussehen, um den Appetit anzuregen. Pürieren Sie Fleisch und Gemüse getrennt, damit sie nicht unappetitlich aussehen. Verwenden Sie Gemüse mit kräftigen Farben, z.B. Brokkoli und Spinat.
- Feste Nahrung muss püriert oder weichgemacht werden, damit Sie sie weniger kauen müssen und weniger Kraft aufwenden müssen, um sie durch den Rachen zur Speiseröhre zu schieben.
Weitere Informationen über Fertignahrungsprodukte für Dysphagiepatienten finden Sie hier